3. Grundbegriffe der Kostenrechnung

3.1 Gliederung der Kosten

Die Kostengliederung kann nach den angegebenen Kriterien erfolgen.
 
 
 
Kriterien zur Kostengliederung Erläuterungen

 

Zurechenbarkeit der Kosten auf die Kostenträger

 

Einzelkosten und Gemeinkosten
Verhalten der Kosten bei Änderung der Kapazitätsausnutzung

 

fixe und variable Kosten
Häufigkeit des Auftretens

 

einmalige und laufende Kosten
Zusammensetzung der Kosten

 

einfache und zusammengesetzte Kosten
Art der Tatsächlichkeit von Kosten

 

Ist-, Normal- und Plankosten
Stelle der Entstehung (Funktionen)

 

Beschaffungs-, Fertigungs-, Vertriebskosten usw. 

Bild 1: Gliederungskriterien der Kosten [1, S. 29]
 
 

3.2 Einzel und Gemeinkosten
 
Einzelkosten
Gemeinkosten
sind alle Kosten, die einem Kalkulationsobjekt z.B. (Endprodukt) direkt zugeordnet werden können.
sind alle Kosten, die gemeinsam für mehrere Kalkulationsobjekte anfallen.
Beispiele:

Fertigungsmaterial

Fertigungslohn

Beispiele:

Gehälter

Raumkosten

Bild 2: Abgrenzung der Begriffe Einzel- und Gemeinkosten [1, S. 29]
 
 

3.3 Fixe und variable Kosten
 
fixe Kosten variable Kosten
fallen zeitabhängig an und verändern sich nicht mit dem Beschäftigungsgrad sind mengenabhängig und verändern sich mit dem Beschäftigungsgrad
z.B.

Gehälter

zeitabhängige Versicherungen

Abschreibungen

z.B.

Fertigungsmaterial

Instandhaltung

Bild 3: Abgrenzung der Begriffe fixe und variable Kosten [1, S. 30]
 
 

4. Gliederung der Kostenrechnung

Die Kostenrechnung gliedert sich in drei Teilgebiete:

- Kostenartenrechnung,

- Kostenstellenrechnung,

- Kostenträgerrechnung
 
 

4.1. Kostenartenrechnung

Die Kostenartenrechnung dient der vollständigen Erfassung der anfallenden oder angefallenen Kosten nach Kostenarten (Lohn, Material, Abschreibung usw.)

"Welche Kosten sind angefallen"
 
 

4.2 Kostenstellenrechnung

Durch die mit Hilfe eines Betriebsabrechnungsbogens durchgeführte Kostenstellenrechnung werden die nicht unmittelbar dem Erzeugnis (dem Kostenträger) zurechenbaren Kosten (Gemeinkosten wie Hilfslöhne, Verbrauchsmaterial oder innerbetriebliche Leistungen) auf die Kostenstellen in der Dimension: Kosten pro Periode verteilt. Eine Kostenstelle ist ein nach bestimmten Kriterien abgegrenzter Bereich der Kostenentstehung.

"Wo sind die Kosten angefallen"
 
 

4.3 Kostenträgerrechnung

Letztlich entstehen alle Kosten, weil ein Unternehmen bestimmte Leistungen erbracht hat. Für den Kostenrechner sind die Sachgüter oder Dienstleistungen Kostenträger, welche die von ihnen verursachten Kosten zu tragen haben. Der Kostenträgerrechnung fällt daher die Aufgabe zu, eine Beurteilung der einzelnen Leistungen sowie des gesamten Produktionsergebnisses für einen bestimmten Zeitraum zu ermöglichen. Dazu wird die Kostenträgerrechnung in eine Stückrechnung und in eine Zeitrechnung aufgeteilt.

Die Kostenträgerrechnung als Kostenträgerzeitrechnung (Betriebsergebnisrechnung) ermittelt den Gewinn als Gewinn pro Periode.

"Für welche Produktart sind die Kosten einer Periode angefallen"
 
 

Die Kostenträgerstückrechnung (Kalkulation) ermittelt die Kosten je Erzeugnis als Kosten pro Stück.

"In welcher Höhe sind für eine Produktionseinheit Kosten angefallen"

Kostenträger sind die betrieblichen Leistungen (z.B. Herstellung eines Produktes, hier ist das Produkt der Kostenträger), die den Verbrauch von Produktionsfaktoren (Arbeit, Material etc.) und damit die entsprechenden Kosten verursacht haben. [1, S. 39]
 
 

Zusammenfassung der Begriffe der Kostenrechnung
 
Begriff Fragestellung Beispiele

 

Kostenarten Welche Kosten sind angefallen? - Material

- Fertigungslohn

- Stromkosten

Kostenstellen Wo sind die Kosten angefallen? - Materiallager

- Fertigungsplanung

- Labor

Kostenträger Wofür sind die Kosten angefallen? - Produkt

- Kommission

- Auftrag

Bild 4: Wichtige Begriffe der Kostenrechnung in Anlehnung an [1, S. 44]
 
 

4.4 Die drei Stufen der Kostenrechnung

In der Kostenrechnung wird prinzipiell nach folgenden Schritten vorgegangen:

1 Schritt: Erfassen der Kosten nach Kostenarten

2. Schritt: Verrechnen der Kosten auf   - Kostenstellen

                                                                  - Kostenträger

3. Schritt: Verwenden der Kosten  - zum Messen der Betriebstätigkeit

                                                           - zur Kontrolle des Betriebsverhaltens

                                                           - zur Disposition

Quelle: [3, S. 20]



 
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