Fachbereich Produktionstechnik
Prof. Dr. Dieter Buchberger
Prof. Dr. Helmut Hartberger
Kurzanleitung zum Verfassen wissenschaftlicher
Arbeiten
Die folgende Ausarbeitung soll in aller Kürze
einige Hinweise zum Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten geben. Weiterführende
Hinweise finden sich z.B. in [
POE88] .
1. Stil
Wissenschaftliche Arbeiten werden überwiegend in einem eher nüchternen und sachlichen Stil erstellt. Verbindliche Vorschriften hierzu existieren jedoch nicht. Umgangssprachliche Elemente sind nicht grundsätzlich abzulehnen, sollten aber höchstens zur Auflockerung der Arbeit verwendet werden. Die Ich- bzw. Wir-Form ist in ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten zu vermeiden.
Der Einsatz von Fachtermini ist in einer wissenschaftlichen
Arbeit selbstverständlich, allerdings sind deutsche Ausdrücke
vorzuziehen. Kurze, verständliche Sätze erleichtern die Lesbarkeit
einer Arbeit ebenso wie optische Hervorhebungn wichtiger Worte oder Aussagen.
Unterschiedliche Argumentationsschritte können durch Absätze
hervorgehoben werden. Nach [
POE88, S. 116] bieten sich ein bis drei Absätze zur Gliederung einer
Manuskriptseite an.
2. Gliederung
Die Gliederung soll dem Leser eine schnelle Orientierung im Text ermöglichen. Die Gliederungstiefe hängt somit vom Umfang des Textes ab. Bei Referaten sollte die Gliederungstiefe nicht mehr als drei Ebenen. Studien- und Diplomarbeiten können in Ausnahmefällen auch vier Ebenen umfassen.
Zur Erleichterung der Arbeit bietet sich die Gliederungshilfe
des Textsystems an, die auch die Basis für die Erstellung eines Inhaltsverzeichnisses
darstellt.
Als Beispielgliederung für Referate und Studienarbeiten kann folgender Aufbau herangezogen werden
3. Zitate
Sinngemäße Zitate
Sinngemäß zitieren
Grundsätzlich sollten Quellen nur sinngemäß zitiert werden. "Sinngemäß zitieren" heißt Quelltexte mit eigenen, anderen Worten inhaltlich ausdrücken. Veröffentlichte Texte sind geschütze Rechte, wie Patente oder Konstruktionen und dürfen nicht in Passagen oder Sätzen übernommen werden.
Literaturangabe in Klammertechnik (Quellennachweis im Text)
Bei dieser Technik wird ein Zitat, z.B. unter Nennung
des Autors oder am Ende des zitierten Textes, in eine eckige Klammer gesetzt,
die die Nummer des Buches im Literaturverzeichnis angibt und ergänzend
die Seitenzahl aufführt.
Sinngemäße Zitate werden mit Bezug auf die Fundstelle z.B. durch das Wort "nach" gekennzeichnet.
Beispiel:
nach Kettner, u.a. [KET84, S.12 f.] ist für die Farbgebung.....
KET verweist auf den Namen, die Zahl 84 verweist auf das Erscheinungsjahr. Die Angabe S.12 f. nimmt Bezug auf die Ausführung auf Seite 12 u. 13, Angabe S. 12 ff. auf die Ausführung auf Seite 12 und fortführende Seiten.
1. Wörtliche Zitate
Nur in Ausnahmefällen sollten wörtliche Zitate eingesetzt werden (z.B. bei Normen, Gesetze, Definitionen...). Wörtliche Zitate werden in Anführungsstriche gesetzt. Abbildungen und Diagramme sind ebenso zu behandeln. Die Literaturangabe erfolgt wie bei sinngemäßen Zitaten.
Beispiel:
"..... für Dissertationen gehört das Literaturverzeichnis vor den eigentlichen Text." [POE88, S. 110]
2. Angaben im Literaturverzeichnis
Die Angabe der Literaturstelle im Quellenverzeichnis kann entweder mit der Abkürzung des Verfassers in Verbindung mit dem Erscheinungsjahr ( z.B. [POE88]) oder durch eine laufende Nummer erfolgen (z.B. [1]). Vorteilhaft bei der ersteren Variante ist, daß die alphabetische Ordnung der Verfasser im Literaturverzeichnis bei Einschub zusätzlicher Literaturquellen aufrechterhalten werden kann.
Die Angaben zu den verwendeten Veröffentlichungen unterscheiden sich nach der Art der Veröffentlichung. Sie sollten folgenden Mustern entsprechen:
Verfasser mit nachgestellten Vornamensinitialen: Buchtitel, Band bzw. Teilband, Auflage. Verlagsort (nur den erstgenannten): Verlag, Jahr.
Beispiele:
[POE88] Poenicke, K.: Wie verfaßt man wissenschaftliche Arbeiten? Dudentaschenbücher Bd. 21, 2. Aufl. Mannheim: Dudenverlag, 1988.
[MKN74] Müller, R.; Kaesler, H.; Neumann, W.A.: Einführung in die technische Schwingungslehre. Bd. 3, 2. Aufl. Berlin: Springer, 1974.
Name des Herausgebers mit nachgestellten Hg. Buchtitel, Band bzw. Teilband, Auflage. Verlagsort (nur den erstgenannten): Verlag, Jahr.
Beispiel:
[BRO90] Brockhaus Hg., Großer Brockhaus, 5. Auflage, München: Bibliographisches Institut,1990.
Verfasser mit nachgestellten Vornamensinitialen: Aufsatztitel. In: Zeitschriftentitel Jahrgangszahl (Erscheinungsjahr) Heftnummer: S. Anfangsseite und Schlußseite.
Beispiel:
[BAH93] Bamberger R., Hofstätter A.: Leitstandkonzeption - Analyse u. Planung. In: REFA-Nachrichten 46 (1993) 2: S. 7-14.
Verfasser mit nachgestellten Vornamensinitialen, Titel. Diplomarbeit bzw. Diss. Hochschulort, Jahreszahl.
Beispiel:
[MAI86] Maier, Th., Die Abwasseraufbereitung. Diplomarbeit FH Ulm,1986.
Internet-Adresse, Titel, Datum und soweit vorhanden Verfasser, Institution und Ort.
Ein Ausdruck der Textpassage ist dem Anhang beizufügen, da das Internet ein flüchtiges Medium darstellt.
Beispiel:
[IGÖ97] www.uni-goettingen.de/Forschung, Fördermöglichkeiten für Studierende, Georg-August-Universität, Göttingen, 17.7.97.
4. Verzeichnisse
1. Inhaltsverzeichnis
Das Inhaltsverzeichnis umfaßt alle verwendeten Gliederungspunkte bis zur Gliederungsebene 3.2. Literaturverzeichnis
Das Literaturverzeichnis führt nach o.a. Schema sämtliche verwendete Literatur auf. Dies sind wörtlich oder sinngemäß zitierte Werke, aber auch sonstige weiterführende Literatur zum Thema.3. Abbildungsverzeichnis
Bei Referaten, Studien- und Diplomarbeiten nicht unbedingt erforderlich.4. Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungen sollten nach Möglichkeit sparsam verwendet werden. Soweit sie dem allgemeinen Sprachgebrauch entsprechen, ist keine gesonderte Aufführung erforderlich. Spezielle Abkürzungen sollten jedoch in einem Abkürzungsverzeichnis aufgeführt werden.
5. Erklärung
Als Anlage zur Ausarbeitung ist eine Erklärung folgenden Inhalts anzufügen:
Ich versichere hiermit, daß ich die vorliegende Arbeit in allen Teilen selbständig angefertigt habe.
Die Stellen, die wörtlich oder dem Sinn nach der Literatur oder anderen Quellen entnommen sind, habe ich in der für wissenschaftliche Arbeiten üblichen Form als Entlehnung kenntlich gemacht.
Ort, Datum
Unterschrift
6. Geheimhaltung von Arbeiten
Band A Methodik und exemplarische Ergebnisse öffentlich zugänglich
Band B Originalergebnisse zum Verbleib nur beim Betreuer